Anno 2000 haben die nationalen politischen Vertreter der europäischen Union uni- sono beschlossen

Anno 2000 haben die nationalen politischen Vertreter der europäischen Union uni- sono beschlossen, eine Entwicklung einzuleiten, die den europäischen Staatenbund bis zum Jahre 2010 zum wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Erde befördern möge. Der Beschluss wurde in den portugiesischen Städten Lissabon und Feira formuliert und wird in semantischer Anlehnung an den erst- genannten Tagungsort mittlerweile gemeinhin als „LissabonProzess” bezeichnet.
Vor dem Hintergrund der aktuellen sozial- und wirtschaftspolitischen Diskus- sion wird der geneigte Leser schnell feststellen, dass das angestrebte Ziel des Lissabonprozesses ein sehr anspruchsvolles darstellt, da es inhaltlich, räumlich und zeitlich fundamentale Strukturveränderungen europäischer Politik im All- gemeinen und wirtschaftspolitische Weichenstellungen der europäischen Union im Besonderen in das Zentrum der strukturpolitischen Diskussion rückt.
Inhaltlich geht es immerhin um den Zusammenhang von wirtschaftlichem Wett- bewerb und wissensbasierter Wirtschaft, und zwar räumlich sowohl im natio- nalstaatlichen als auch und vor allem im interkontinentalen Vergleich einer zu- sehends global konkurrierenden Weltgemeinschaft und Weltwirtschaft. Profan und konkret ausgedrückt, geht es sinngemäß kurzfristig schlicht und einfach um die sozialen und wirtschaftlichen Lebensperspektiven von mehr als 451 Mil- liarden Bürgern und langfristig um deren Absicherung im globalen Wettbewerb der Völker, „ein (sehr) weites Feld” also, um mit Theodor Fontane zu sprechen.